Dienstag, 16. Dezember 2014

Schwarzwurzelernte...

Vor etlichen Wochen hatte ich ja mal geschrieben, das ich die Schwarzwurzeln ernten will. Das hat sich aber noch etwas hingezogen, da ich einfach keine Zeit hatte nochmal in den Garten schauen zu gehen. Zumal ja alles fertig und winterfest ist.
Gestern war ich mit meiner Schwester gewesen. Sie musste nochmal in ihren Garten die Rosensträucher hochbinden oder sowas und da bin ich mitgegangen. Ganz schön kahl sieht er aus, unser Garten. So leer, so düster, so fad, einfach so nach nichts.
Zum Glück war der Boden noch weich und so konnte ich die Schwarzwurzeln relativ gut rausholen. Ich habe in meinen gefühlten 100 Gartenbüchern gelesen, wie man sie am Besten rausmacht. Dazu hebt man neben einer Reihe einen Graben aus und sticht dann mit dem Spaten hinter den Schwarzwurzeln ein und drückt sie auf den Graben zu. Das hat sich wirklich gut gemacht.

Hier nochmal zur Vernaschaulichung aus einem meiner Gartenbücher. (Winfried Titze - Frisches Gemüse aus dem Garten, 1987)

Eine gute handvoll habe ich ernten können. Sie sind jetzt nicht so sonderlich rank und schlank, aber für mich reichen sie allemal. Mein Mann verschmäht ja dieses leckere Gemüse. Aber Spargel ist der gnädige Herr komischerweise.

Die dickste Wurzel habe ich natürlich geköpft. Sofort trat der weiße Saft heraus, der dafür verantwortlich ist, das man beim putzen der Wurzeln braune Finger bekommt. Das ist ähnlich wie beim Saft vom Löwenzahn.

Zuhause habe ich sie unter lauwarmen Wasser abgespült, da sie vor lauter matschiger Erde nicht zusehen waren. Hier mal zwei Exemplare die dem Aussehen der Schwarzwurzeln sehr nahe kommen..

... während diese hier schon eine sehr ulkige Form hat. Einen Gummi zwischen die Gabeln gespannt und man hätte eine prima Steinschleuder. Aber eher bricht die Wurzel ab.

Beim putzen habe ich mir Gummihandschuhe angezogen. Die Wurzeln habe ich dünn mit einem Sparschäler geschält und sofort in Ztronenwasser gelegt. Tut man dies nicht werden die Wurzeln unansehnlich braun wie zum Bleistift beim Apfel schälen. Die Stangen habe ich in ca. 4 -5 cm lange Stücke geschnitten und in frischen Zitronenwasser gut 3 Minuten blanchiert. Nach dem blanchieren wurden die Stücke sofort in Eiswasser getan. So behalten sie ihre weiße Farbe. Auskühlen lassen und einfrieren. So sollen sich die Schwarzwurzeln ca. 5 Monate halten. Auch sollten sie gefroren verwendet werden. Kann ich gut nachvollziehen. Würde man das Gemüse erst auftauen, dann hat man entweder Gummi oder gleich Matsche in der Schüssel. Ist mir mal beim Kohlrabi passiert.


Liebe Grüße
Anna

Kommentare:

  1. Hallo Anna :)

    Na mensch, welch schöne Ernte ;)
    Ich esse keine schwarzwurzeln....komm da irgendwie net rann.
    Sind die verwandt mit Spargel? Den mag ich nämlich auch net XD

    Hab noch einen schönen Tag und danke für dein liebes Kommi ♥

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    1. Na hallo Jule o/
      Soweit ich weiß, sind Schwarzwurzel und Spargel nicht wirklich miteinander verwandt. Aber Schwarzwurzeln haben ja einen spargelähnlichen Geschmack, vielleicht kommt es daher. Oft wird sie auch als "Winterspargel" bezeichnet oder von früher her noch als "Arme Leute Spargel". Die Schwarzwurzel kommt eher der Haferwurzel nahe, die findet man aber nur noch ganz selten, da sie kaum noch angebaut wird, meistens von Menschen die alte Sorten erhalten wollen.
      Ich esse beides gerne :D Aber ich verstehe oft nicht, das sich die Leute immer darum kloppen, wenn Spargelsaison ist. Für mich ist das ein Gemüse wie jedes andere auch :)


      Danke, den wünsche ich Dir auch!

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  2. Hallo Anna,
    ich wußte gar nicht, daß die Schwarzwurzelernte so eine komplizierte Angelegenheit ist. Leider ist dieses Gemüse ja ziemlich "aus der Mode" gekommen, dabei schmeckt es doch ganz gut.
    Viele Grüße
    Kathinka

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    1. Ich wollte dir unbedingt noch mitteilen, daß mir dein Winterblogbild sehr gut gefällt. Es ist sehr stimmungsvoll und strahlt soviel Ruhe aus.
      LG Kahtinka

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    2. Hallo Kathinka,

      ja, es ist schon ein wenig aufwendiger die Schwarzwurzeln zu ernten. Einfach aus der Erde ziehen geht nicht (habe es versucht), aber da brechen sie ganz leicht. Stimmt, was rennt meine kleine Schwester immer Weihnachten rum durch die Läden und sucht Schwarzwurzeln. Schade, das es sie kaum noch gibt und wenn dann nur zu horenden Preisen, wenn man bedenkt, das sie früher eher ein Arme-Leute-Essen waren.

      Danke, es freut mich wenn Dir das Blogbild gefällt :)

      Liebe Grüße
      Anna

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  3. Wie witzig - Schwarzwurzel in Form einer Geweihgabel. Schön, dass du jetzt noch ernten konntest.

    Sigrun

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    1. Hallo Sigrun,

      danke, ich freue mich auch. Es ist toll, das es so Wintergemüse gibt, da hat man auch in der kalten Jahreszeit kostenlos frischen Gemüse und muss nicht das überteuerte im Laden kaufen.

      Liebe Grüße
      Anna

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  4. Ich habe vor vor 2 Jahren das erste und letzte Mal Schwarzwurzeln angebaut. War vom Geschmack nicht so begeistert und die Küche sah nach dem Putzen aus wie .... Trotzdem habe ich den Anbau der Wurzeln nicht bereut, denn ich war beim Ausgraben nicht sorgfältig genug und zwei Pflanzen blieben im Boden. Das stehen sie auch heute noch und hoffentlich noch lange. Die Pflanze ist nämlich mehrjährig und blüht ausgesprochen hübsch mit gelben knalligen Blüten. Besonders gefällt mir, dass die Pflanze zu einer Zeit blüht, wenn sonst nicht viel im Garten blüht (nach der Obstblüte und vor den typischen Sommerblumen). Die Pflanze ist eine ausgesprochene Bienenweide, ein mir bekannter Imker hat sie deswegen auch extra in seinem Garten (er mag die Wurzeln auch nicht).
    Diesen Sommer habe ich Haferwurzeln ausgesät, die sind nicht so aufwendig zu putzen. Sie stehen aber noch, ich kann also noch keine Aussage über den Geschmack treffen. Auch von diesen Pflanzen möchte ich ein, zwei Pflanzen stehen lassen, denn sie sollen ausgesprochen schön blau blühen.

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    1. Hallo Gartenfex,

      mit Schwarzwurzeln ist es wohl wie mit jedem Gemüse, entweder es schmeckt einem oder nicht. Aber es ist schön zu lesen, das du es probiert hast. Wie sagt mein Vati oft, erst probieren, dann kann man immer nocch sagen ist nicht meins. Die Blüten sollen sehr schön sein, stimmt. Ich habe auch noch ein paar in der Erde gelassen, die kleinen vermickerten. Vielleicht habe ich Glück und sie blühen im nächsten Jahr. Ich hoffe auch Samen abnehmen zu können. Ich frage mich gerade, ob die Wurzel von Jahr zu Jahr immer größer wird, wenn sie in der Erde bleibt. Genissbar ist sie dann bestimmt nicht mehr.
      Oh Haferwurzeln möchte ich auch mal ausprobieren, da werde ich mir noch Samen ertauschen, wenn sie jemand anbietet. Sie sollen ja noch feiner im Geschmack sein wie Schwarzwurzeln. Und mit den blauen Blüten, bilden sie bestimmt einen schönen Kontrast zu den gelben.
      Wenn du möchtest, kannst du ja mal berichten, was für Erfahrungen du mit den Haferwurzeln gemacht hast.

      Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit wünsche ich Dir.
      Anna

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Die Liebe ist wie eine köstliche Blume, aber man muss den Mut haben, sie vom Rande eines schauerlichen Abgrundes zu pflücken. -Stendhal-