Mittwoch, 10. September 2014

Methoden der Samengewinnung bei Tomaten

Heute möchte ich euch mal die, ich sage mal so, gängigsten Möglichkeiten der Samengewinnung bei Tomaten vorstellen.
Das Internet ist ja voll von den unterschiedlichsten Methoden und ihr könnt ja auch einfach selbst googeln, denoch möchte ich euch meine eigenen Erfahrungen mitteilen und mit welcher Methode ich am besten gefahren, die mir am effektivsten erscheint smilie_happy_328.gif

Hier ein paar der Freiwilligen aus eigener Ernte:

Von links nach rechts: Dattelwein, Black Russian, Black Cherry und Gelbe Johannisbeertomate (...letztere ist sponsored by Schwiegermutti)

Wie ihr seht, liegen die Samen, an die wir ja ran wollen, in einer geleeartigen Masse.

Jetzt gibt es aber Menschen, die haben die Kerne lieber blank. Das heißt ohne diesen glibberigen Schutzfilm drum herum. Dann gibt es wieder Menschen, die schwören auf diesen Schutzfilm, da er wohl wichtige Nähstoffe enthält, die dem Kern beim keimen als Dünger dient.

Mir ist in den Jahren, in denen ich meine Tomaten selber ziehe, da jetzt kein großer Unterscheid aufgefallen. Ob mit Schutzfilm oder ohne, das entscheidet jeder selbst für sich.
Zumal ich der Meinung bin, wenn die Kerne Lust haben zu keimen dann keimen sie und wenn nicht dann eben nicht, egal ob mit oder ohne.

Verwendet zur Samengewinnung nur reife Tomaten!!!

Los gehts...

Die einfache Methode

Diese Methode ist, wie der Name schon sagt, ganz einfach.

Dazu streicht ihr die Kerne der Tomaten auf ein Taschentuch, ein Stück Küchenrolle oder Klopapier, legt das dann auf einen Teller, Brett etc. und lasst die Kerne auf dem Papier trocknen. Das dauert ca. 1 Woche. Es schadet aber auch nicht, wenn ihr länger wartet. Lasst aber einen Abstand zwischen den Samen. So lassen sie sich dann später einfacher abschneiden. Die Samen müssen dann aber nicht von dem Papier gefummelt werden. Das kann getrost mit in die Erde gelegt werden, den es zersetzt sich.
Die Kerne behalten so den Schutzfilm.

Diese Methode ist wirklich einfach und schnell. Mir allerdings sagt sie nicht so zu, den mir gefällt das Resultat des Ganzen optisch einfach nicht.


Die etwas umständliche Methode

Wer blanke Kerne haben möchte, kann diese Methode versuchen. Die ist aber ein kleines Geduldsspiel.

Dazu werden die Kerne auch erstmal wieder auf ein Taschentuch, Kaffeefilter etc. gestrichen.
So könnt ihr auch gut die glibberige Hülle sehen, in der die Kerne sich befinden.
Packt die Hülle (.. ich nehme meist meine Fingernägel oder eine Pinzette) und streicht mit einem Zahnstocher, einer Pinzette etc. den Kern aus der Hülle raus.
Mit ein wenig Übung klappt das ganz gut und geht auch relativ schnell.
Die Kerne legt ihr dann auf ein Stück Backpapier und lasst sie trocknen. Hier dauert es nicht so lange, max. 3 Tage. Aber auch hier schadet es nicht, länger trockenen zu lassen.

Diese Methode ist schon besser, aber wie oben geschrieben, etwas umständlich. Man braucht Zeit und Geduld, beides habe ich nicht massig, also fällt diese Methode auch flach.

Fermentieren

Beim fermentieren werden die Kerne mitsamt dem Glibber, in dem sie sich befinden, in ein verschraubbares Gläschen getan und mit etwas Wasser aufgegossen. Das ganze wird an einem warmen Ort stehen gelassen, bis alles anfängt zu gären.

Das dauert je nachdem wie warm der Ort ist zwischen 2 bis 3 Tage. Es bildet sich dann oben auf der Wasserfläche eine dünne weiß-gräuliche Schicht, das ist die Fermentierungsschicht. An ihr könnt ihr gut erkennen, das die Gärungszeit vorbei ist.

Die Kerne werden jetzt in ein feines Sieb gekippt, damit das Wasser ablaufen kann. Das müffelt zwar ein wenig, aber wir sind ja nicht aus Zucker, nich? Jetzt werden die Kerne von dem zersetzten Fruchtfleisch gelöst. Spült dazu die Kerne gut mit klarem Wasser ab. Langt ruhig mit den Fingern rein, damit sich auch jedes Fitzelchen des zersetzten Fruchtfleisches löst.

Die Fermentierung soll eine sehr gute Möglichkeit sein, um den Krankheits- und Schädlingsbefall bei den jungen Keimlingen zu reduzieren.
Viel kann ich persönlich noch nicht dazu sagen, denn ich probiere diese Methode das erste Mal aus. Bis jetzt sagt sie mir am meisten zu, den mit wenigen Handgriffen kommt man so gut an die Kerne heran.

Wenn ihr noch andere Methoden der Samengewinnung bei Tomaten kennt, dann immer her damit.

Liebe Grüße
Anna

Kommentare:

  1. Mensch, ich mache das zwar nicht, aber ich habe mir alles genau durchgelesen, einfach weil ich es sooo super spannend finde!
    Danke, dass du uns ein paar Sachen gezeigt hast!

    Mal sehen, evtl haben wir das Glück und können uns doch noch einen kleinen Garten leisten! Dann werde ich hier sowieso noch mal alles durchstöbern!

    Ich hoffe, den Mitz geht es gut?

    Liebe Grüße

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    1. Bitte gern *rotwerd*

      Das wäre ja toll. So ein grünes Fleckchen hat schon etwas für sich. Wenn es klappt bei euch beiden, ich drücke euch jedenfalls die Daumen, dann freue ich mich schon auf deine Berichte :)

      Ohja, denen geht es sehr gut. Sui latscht schon seit ner gefühlten Stunde auf mir rum und sucht eine Liegeposition und Herr Wilson schlummert im Sessel vor sich hin^^

      Grützli

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  2. Ich mag die erste Methode, schnell und unkompliziert ^^

    Liebe Grüße!
    Rose

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    1. Wenn es schnell gehen muss/soll, dann ist die Methode schon gut^^

      Wie geschrieben, mir gefällt sie optisch nicht so gut. Ich tausche ja auch viele Samen hin und her und da macht es einen besseren Eindruck, wenn die Samen "kahl" sind, finde ich :) Und ich selbst bekomme Tomatensamen auch immer kahl^^

      Liebe Grüße
      Anna

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    2. Natürlich ^^ nackige Samen kann man ja auch besser abfüllen und lagern, weiß ich am besten da mir schon entsprechende Unfälle mit der schnellen Methode passiert sind.... vergessen was es mit dem Stapel Servietten auf sich hat und schon flog alles durch die Gegend. Aber da ich so ein Talent dafür habe lose Samen auf einen Haufen zu schmeißen, wenn nicht beim Aussähen dann beim Gießen, benutze ich doch lieber die schnelle Methode :)
      Und wenn man die extra reißfesten Tempo-Taschentücher nimmt hat man beim Pikieren extra viel Spaß :D

      Liebe Grüße!

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    3. Lach, das kenne ich och^^ "Ohhh, nen Tatü... *schnäuz*... upps..."
      Deswegen packen auch viele ihre Samen mit dem Tatü in einen Briefumschlag und beschriften den, damit nüx durcheinander kommt.
      Hmhm, da muss ich auch gehörig aufpassen, das ich die Samen nicht durcheinander streusel.Vorallem eben bei den Tomaten, die sehen ja alle (fast) gleich aus.
      Oje, reißfester Tempo-Tatü's Oo Bei mir wird nicht mehr pikiert, nee nee. Bei mir kommt gleich jeder Samen in ein Töpfchen und gut ist^^

      Liebe Grüße o/

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  3. Liebe Anna,
    ich würde gerne mal deine Samengewinnung nach der einfachen Methode ausprobieren und ein Exemplar aus dem Supermarkt dazu verwenden. Ich weiß gar nicht, um welche Sorte es sich handel,t aber sie waren sehr schmackhaft und nun versuche ich, sie noch ein wenig nachreifen zu lassen. Nun kenn ich ja deinen unkonventionellen Anzuchtversuch der Chilis (wenn nicht die katzen dazwischen gekommen wären)..Ab wann bringst du denn die Tomatensamen samt Papier in die ERde?
    Viele Grüße
    Kathinka

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    1. Liebe Kathinka,

      wenn die Tomaten noch nicht ganz reif sind, dann wickle sie in ein Tuch und lege sie an einen kühlen trockenen Ort. Schwiegermutti schwört darauf :) Bei mir klappt es nicht, aber bei ihr komischerweise schon^^

      Mit der Tomatenanzucht fange ich regulär Mitte März an, nicht eher und nicht später (wenn es nicht unbedingt sein muss). Da bekommen die Kleinen dann schon genug Sonne und sie vergeilen nicht ganz so schnell. So haben sie eine schöne lange Zeit in der sie heranwachsen können und nach den Eisheiligen geht es dann ab ins Beet.

      Ich würde mich freuen, wenn du mal berichten würdest, wie es mit deiner Tomatenzucht läuft. Ich habe schon oft gehört, das sich Tomatensamen von Früchten aus dem Supermarkt nicht gut eignen, da es zumeist Hybriden sind und am Ende alles dabei herauskommen kann, nur nicht das was man möchte. Aber, Versuch macht klug :)

      Liebe Grüße
      Anna

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  4. Liebe Anna,
    zu: "Die Fermentierung soll eine sehr gute Möglichkeit sein, um den Krankheits- und Schädlingsbefall bei den jungen Keimlingen zu reduzieren." kann ich ein wenig Wissen beitragen.
    Bei jeder Fermentation sind milchsaure Bakterien vorhanden. Diese Bakterien helfen gegen Pilzerkrankungen und gegen andere pathogene Erreger. Denke mal an probiotische Therapien oder die (wirklich sinnvollen!) probiotischen Produkte mit entsprechenden Milchsäurebakterien.
    Du kannst z. B. auch Pilzerkrankungen mit Milchsäurebakterien behandeln oder sogar vermeiden: Zum Beispiel, wenn eine Pflanze Blattlausbefall hat ... hier mir einer Lösung / Verdünnung mit Milchsäurebakterien besprühen und die Gefahr einer nachfolgenden Pilzerkrankung wird in den meisten Fällen vermieden.
    Ich habe mich sehr mit Fermentation auseinander gesetzt und werde das Thema mal in meinem Blog aufgreifen (dauert aber noch was - ich schaffe das im Moment zeitlich nicht).
    Herzliche Grüße von Zarina

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Die Liebe ist wie eine köstliche Blume, aber man muss den Mut haben, sie vom Rande eines schauerlichen Abgrundes zu pflücken. -Stendhal-